2.5 Deutsche und Russen: Augenblicke der Gemeinsamkeit

Kampfesbrüder? Wie man die Verhandlungen von Offizieren deuten und nutzen kann

Kampfesbrüder? Wie man die Verhandlungen von Offizieren deuten und nutzen kann

Günther Herrler, Institut für digitales Lernen
Header politische Beziehungen
CC 4.0 BY-SA

In der Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen verdichten sich manchmal die Anknüpfungspunkte in bestimmten Ereignissen oder Personen. Diese Momente und Figuren liefern Stoffe für Erzählungen über das Verhältnis beider Völker. Wie immer bei historischen Erzählungen, lassen sich dabei aber aus ein und demselben Ereignis durchaus unterschiedliche Erzählungen konstruieren. In diesem Kapitel will ich daher den Blick auf drei Beispiele solcher besonderen Momente und Menschen werfen und mich dabei fragen, für welche Erzählungen über die Deutschen und Russen sie taugen.

1. Der Tag von Tauroggen

Galerie: Tauroggen
Dobschuetz
Original file
PD

Am 30. Dezember 1812 trafen sich bei einer Mühle nahe dem Ort Tauroggen (heute Tauragė in Litauen) der preußische General Johann David Yorck mit dem russischen Generalmajor Hans Karl von Diebitsch. Hier an der damaligen russisch-preußischen Grenze unterzeichneten sie eine Vereinbarung, die Konvention von Taurogggen. Diese sollte für die Zukunft Europas von großer Bedeutung sein.

Ende 1812 war Preußen ein Verbündeter des von Kaiser Napoleon Bonaparte regierten Frankreichs. Preußen war dieses Bündnis nicht freiwillig eingegangen, sondern von Napoleon dazu gezwungen worden, nachdem Frankreich Preußen 1806 militärisch besiegt hatte. In der Zwischenzeit war aber Napoleon bei dem Versuch, Russland zu erobern, grandios gescheitert und befand sich mit seinen verbliebenen Truppen auf dem Rückzug nach Frankreich.

Diesen Zeitpunkt wählte der preußische General Yorck, um das Bündnis mit Frankreich zu brechen und stattdessen ein Bündnis mit Russland einzugehen. In der Konvention von Tauroggen vereinbarten beide Mächte, dass die preußischen Truppen die Russen nicht bekämpfen würden (was ja ihre Pflicht als Verbündete Frankreichs gewesen wäre). Die Russen sicherten zu, den Preußen dabei zu helfen, Gebiete zurückzuerobern, die Preußen an Frankreich hatte abgeben müssen. Diesem russisch-preußischen Bündnis schlossen sich bald noch andere europäische Mächte an (Österreich, Großbritannien und Schweden). Sie schlugen Napoleon in mehreren Schlachten und beendeten die Vorherrschaft Frankreichs über Europa.

2. Zwei Erzählungen des Tages von Tauroggen

Es ist immer wieder spannend, wie unterschiedlich sich Ereignisse deuten lassen, obwohl sie ja auf denselben historischen Fakten beruhen. Die Ereignisse von Tauroggen sind ein klassisches Beispiel dafür. Wir haben sie im Folgenden in zwei unterschiedliche Erzählungen verpackt, die jeweils zu einem etwas anderen Ergebnis kommen.

Text & Idee: Lukas Kneser, Animation: Günther Herrler, Institut für digitales Lernen
Die Geburt der russisch-deutschen Waffenbrüderschaft
CC 4.0 BY-SA

 

 

Text & Idee: Lukas Kneser, Sprecher: Florian Lange, Animation: Günther Herrler, Institut für digitales Lernen
Tauroggen: ein Soldat folgt Gewissen
CC 4.0 BY
Günther Herrler
IDL

 

 

Darstellung 1

Der Militärhistoriker Eberhard Birk über unterschiedliche Interpretationen von 'Tauroggen'

[...] Tauroggen war aber auch der Ausgangspunkt für jahrzehntelange russisch-preußische Zusammenarbeit auf politischem wie militärischem Terrain im 19. Jahrhundert. Nach dem Ersten Weltkrieg suchten die beiden großen ausgestoßenen Mächte des europäischen Systems – das Deutsche Reich als Verlierer des Weltkrieges, Sowjet-Russland nach der Oktoberrevolution 1917 – Anknüpfungspunkte für eine mögliche preußisch/deutschrussische Kooperation. Beide wurden im 'Geist' von Tauroggen fündig und in dem am 16. April 1922 abgeschlossenen Vertrag von Rapallo einig, der nicht nur im politischen Raum für Aufsehen sorgte, sondern auch für die militärische Kooperation von Reichswehr und Roter Armee der Eisbrecher war. Die nationalsozialistischen Machthaber des 'Dritten Reiches' konnten einem auf eigene Verantwortung handelnden Feldherrn nichts abgewinnen [...].

Nach Kriegsende versuchten beide deutsche Staaten, die DDR und die Bundesrepublik Deutschland, bei der Suche nach legitimierter, verlängerter historischer Traditions- bzw. Kooperationslinien eine Anknüpfung an "Tauroggen". Die DDR sah in der Konvention die Möglichkeit, den Mythos der deutsch-sowjetischen Waffenbrüderschaft auf ein historisches Fundament zu heben. In der Traditionspflege der Bundesrepublik Deutschland und der Bundeswehr kam dem militärischen Widerstand, allen voran den Männern des 20. Juli 1944, gegen das NS-Regime hohe Bedeutung zu. Auch der frühere Gehorsamsverweigerer, Yorck von Wartenburg, wurde als Vorbild wiederentdeckt. 

Vertrag von Rapallo: Ein Freundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion
Männer des 20. Juli 1944: Eine Gruppe von deutschen Offizieren, die bei dem Versuch scheiterten, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten

Eberhard Birk, Die Konvention von Tauroggen, Militärgeschichte. Zeitschrift für historische Bildung, 3/2003, S. 17 zitiert nach: http://www.mgfa-potsdam.de/pdf/ZMG_03_2003.pdf [29.09.2016].

Darstellung 2

Tauroggen als Symbol für die deutsch-russische Freundschaft?

Der Tag von Tauroggen gilt vielen heute noch als ein Symbol deutsch-russischer Freundschaft. Immerhin habe der dort geschlossene Vertrag einen erfolgreichen Feldzug gegen Frankreich möglich gemacht und Napoleons Herrschaft über Europa gebrochen. Und es folgten über hundert Jahre friedlicher russisch-preußischer (bzw. russisch-deutscher) Beziehungen, die erst durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 beendet wurden. Aber ging es in Tauroggen wirklich um deutsch-russische Freundschaft

Deutsch?

In Tauroggen verhandelten preußische mit russischen Generälen. Deutschland gab es 1812 als eigenständigen Staat gar nicht. Es gab mehrere deutsche Fürstentümer, von denen Preußen eines war. Andere Fürstentümer (wie Bayern, Württemberg oder Sachsen) blieben zunächst noch Verbündete Napoleons, so dass in mehreren Schlachten des Jahres 1813 durchaus noch Deutsche auf Deutsche (z.B. Preußen auf Sachsen), oder Russen auf Deutsche schossen.

Russisch?

Auch die russische Seite scheint nicht ganz so russisch gewesen zu sein, die Namen verraten es: Die wichtigsten Teilnehmer der russischen Delegation in Tauroggen hießen Diebitsch, Clausewitz und Dohna. Der Erste war ein in Schlesien geborener und in Berlin ausgebildeter russischer Generalmajor, die letzten Beiden waren preußische Militärs, die nach der Niederlage gegen Napoleon nach Russland geflohen waren.

Freundschaft?

Sind die Ereignisse von Tauroggen wirklich ein Beweis für die Freundschaft beider Nationen? Russland wollte Napoleon eine Verbündeten abspenstig machen und Preußen wollte seine an Frankreich verlorenen Gebiete zurück. Lief Preußen letztlich vielleicht nur zu Russland über, weil es ein gutes Angebot erhalten hatte und weil der preußische General Yorck die militärische Lage richtig einschätzte (Napoleon sollte sich von dem desaströsen Russlandfeldzug militärisch nicht mehr erholen)?

Lukas Kneser, Institut für digitales Lernen

Hörgeschichte 1: Die Konvention von Tauroggen
Diese Geschichte ist keine Quelle aus der oder für die Vergangenheit. Die Einzelheiten dieser Geschichte sind frei nacherzählt oder fiktiv. Das behandelte Thema und die vorgestellten Personen sind historisch nachweisbar. Ziel der Geschichte ist es, die Bedeutung einer Entscheidung oder eines Geschehens hervorzuheben.

Aufgabe 1

  1. Arbeite die unterschiedlichen Interpretationen der Ereignisse von Tauroggen anhand der beiden Kasperltheater heraus.
  2. Bewerte die Überzeugungskraft der beiden Erzählungen.

3. Maria Pawlowna: eine russische Prinzessin in der deutschen Provinz

Galerie: Von St. Petersburg nach Weimar

Am 3. August 1804 heiratete die russische Prinzessin und Großherzogin Anna Pawlowna Romanowa den deutschen Prinzen Carl-Friedrich von Sachsen-Weimar in Sankt Petersburg. Anna Pawlowna war die Schwester des russischen Zaren Alexander I., zu diesem Zeitpunkt einem der mächtigsten und reichsten Männer Europas. Carl-Friedrich war Sohn des Herzogs von Sachsen-Weimar, einem eher kleinen und unbedeutendem deutschen Fürstentum. Aus russischer Sicht war die Heirat Teil der Bündnispolitik, Annas Schwestern wurden später an den König der Niederlande und den König von Württemberg verheiratet. Für Sachsen-Weimar war die Heirat eine Sensation.

Bei ihrer Ankunft in Weimar brachte die russische Prinzessin nicht nur eine erhebliche Mitgift mit, sondern auch den besonderen Schutz des Zaren für das kleine Fürstentum. Das sollte sich noch auszahlen: Als nach der Niederlage Napoleons Europa auf dem Wiener Kongress 1815 neu geordnet wurde, hatte Sachsen-Weimar im russischen Zaren einen wichtigen Fürsprecher. Das Territorium des Fürstentums wurde vergrößert und Carl-Friedrich wird zum Großherzog ernannt.

Galerie: Maria Pawlowna in Weimar

Aber nicht nur politisch war Anna Pawlowna ein Segen für Sachsen-Weimar. Die russische Prinzessin war das Leben in der russischen Metropole Sankt Petersburg gewohnt und landete in der deutschen Provinz. Anstatt sich zu langweilen, entfaltete sie aber eine große Betriebsamkeit im sozialen und kulturellen Leben Weimars.

Sie holte namhafte Künstler wie die Komponisten Johann Nepomuk Hummel und Franz Liszt an den Weimarer Hof und engagierte sich für die Armen im Fürstentum. Und sie brachte ein Stück Russland nach Weimar. Auf ihr Betreiben hin wurden mehrere Werke des heute weltbekannten russischen Dichters Puschkin erstmals ins Deutsche übersetzt. Heute noch steht auf dem historischen Friedhof in Weimar die für sie errichtete russisch-orthodoxe Kapelle.

Hörgeschichte 2: Maria Pawlowna in Weimar
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Quelle 1

Auszug aus einem Gedicht, das Friedrich Schiller zur Ankunft Maria Pawlownas in Weimar schrieb

[...]

Mutter: Unsrer Königin zu Ehren,
Der erhabnen, gütigen,
Die in unser stilles Thal
Niederstieg, uns zu beglücken,
Aus dem hohen Kaisersaal.

Jüngling: Sie, die alle Reize schmücken,
Gütig, wie der Sonne Strahl. [...]

Mutter: Ach, sie tritt aus Marmorhallen,
Aus dem goldnen Saal der Pracht.
Wir die Hohe sich gefallen
Hier, wo über freien Auen
Nur die goldne Sonne lacht?

Genius: Hirten, euch ist nicht gegeben,
In ein schönes Herz zu schauen!
Wissen ein erhabner Sinn
Legt das Große in das Leben,
Und er sucht es nicht darin.

Jüngling: O schöne Fremdlinge! lehrt uns sie binden,
O lehrt uns, ihr wohlgefällig sein!
Gern wollten wir ihr duft'ge Kränze winden
Und führten sie in unsre Hütten ein!

Genius: Ein schönes Herz hat bald sich heim gefunden,
Es schafft sich selbst, still wirkend, seine Welt.
Und wie der Baum sich in die Erde schlingt
Mit seiner Wurzeln Kraft und fest sich kettet,
So rankt das Edle sich, das Treffliche,
Mit seinen Thaten an das Leben an.
Schnell knüpfen sich der Liebe zarte Bande,
Wo man beglückt, ist man im Vaterlande. [...]

Friedrich Schiller, Die Huldigung der Künste, in: Friedrich Schiller, Sämmtliche Werke. Zweiter Band, Stuttgart 1879, S. 576-582.

Aufgabe 2

  1. Schiller hat das Gedicht in Quelle 1 zum Anlass der Ankunft Maria Pawlownas in Weimar geschrieben. Übertrage die Rollenverteilung im Gedicht auf dieses Ereignis. Für wen stehen die Mutter, der Jüngling, die Königin, der Genius?
  2. Beschreibe in eigenen Worten die Sorgen von Mutter und Jüngling, die im Gedicht ausgedrückt werden.
  3. Waren diese Sorgen berechtigt? Nutze zur Beantwortung der Frage alle Informationen des Unterkapitel '3. Maria Pawlowna: eine russische Prinzessin in der deutschen Provinz'.

Quelle 2

Der Komponist Franz Liszt verwendet ein von Maria Pawlowna komponiertes Lied für seine Klaviersonate.

Franz Liszt (1811-1886) galt schon Zeit seines Lebens als genialer Komponist und Klaviervirtuose. Deshalb konnte es Maria Pawlowna als persönlichen Erfolg ansehen, dass es ihr gelang, diesen europaweit gefeierten Star 1843 als Weimarer Hofkapellmeister zu verpflichten. In seiner Zeit in Weimar komponierte Liszt unter anderem eines seiner berühmtesten Werke, die Klaviersonate in h-moll.

Maria Pawlowna, die in Russland eine exzellente musikalische Ausbildung genossen hatte, komponierte nun ebenfalls Musikstücke. Und so kam es, dass sich in jener berühmten Klaviersonate von Franz Liszt ein Teil wiederfindet, zu dem ihn ein von Maria Pawlowna komponiertes Lied inspiriert hat. Über diesen Link findest du diesen Teil der Sonate.

Lukas Kneser, Institut für digitales Lernen

4. Ein russischer Volkskommissar und Berliner Bürgermeister: Ernst Reuter

Galerie: Ernst Reuter und Berlinblockade
Brodde, Deutsches Bundesarchiv
Ernst Reuter-Büste in Berlin
CC 3.0 BY-SA

Im Frühjahr 1918 bekommen die an der Wolga siedelnden Russlanddeutschen Besuch aus der Hauptstadt. Der junge Deutsche Ernst Reuter wurde von Moskau geschickt, um im deutschen Siedlungsgebiet eine kommunistische Verwaltung aufzubauen und die Siedler für das neue, kommunistische Russland zu begeistern. Vor wenigen Monaten hat sich in Russland alles geändert. Das alte Zarenreich wurde durch eine Revolution gestürzt, die neuen Machthaber sind Kommunisten. Sie wollen das ganze Land umgestalten und dabei soll ihnen Reuter an der Wolga helfen (mehr über diese Zeit erfährst du im Kapitel 6.2). Seine Arbeit dort dauert nicht lange, ist aber ziemlich erfolgreich. Ende 1918 schickt ihn die Moskauer Regierung zurück nach Deutschland, mit den besten Empfehlungen an die deutschen Kommunisten. Reuter soll ihnen bei ihrer Revolution in Deutschland helfen.

30 Jahre später steht Ernst Reuter vor dem Reichstag in Berlin, vor sich eine riesige Menschenmenge. Reuter ist mittlerweile Bürgermeister von Westberlin. Mit den Kommunisten hat er sich zerstritten, er ist schon seit über 20 Jahren Sozialdemokrat. Doch nun haben seine früheren Freunde, die russischen Kommunisten, Westberlin abgeriegelt. Alle Straßen und Schienen sind blockiert, niemand kommt heraus oder herein, der Strom fällt aus und die Nahrungsmittel werden knapp. Das einzige, was die Bürger Westberlins retten kann, ist Hilfe von außen, aber nicht aus Russland, sondern aus dem Westen. Und so ruft Reuter an diesem 9. September 1948 seine berühmten Worte: "Ihr Völker der Welt, ihr Völker in Amerika, in England, in Frankreich, in Italien! Schaut auf diese Stadt!"

Darstellung 3

Ein Film über Ernst Reuter

Unter diesem Link findest du einen Film über das Leben von Ernst Reuter.

Darstellung 4

Was machte Ernst Reuter an der Wolga?

Nun, Ende April wurde Ernst Reuter Leiter des neu zu bildenden "Wolgakommissariats für deutsche Angelegenheiten". Seine Vollmachten waren groß, aber unbestimmt. [...] Reuter sollte eine Verwaltung aus Deutschen aufbauen, die der Sowjetregierung gegenüber loyal war. Er sollte deutsche Schulen einrichten und dadurch die Sympathie der Wolgadeutschen gewinnen; doch diese Schulen sollten sozialistische Schulen sein, die Wolgadeutschen waren aber keineswegs alle Sozialisten. Er sollte die in der Oktoberrevolution begonnene bolschewistische Landaufteilung zu Ende führen. Gleichzeitig sollte er für eine gute Ernte sorgen. Auch dies eine widerspruchsvolle Aufgabe. [...]

Weil Reuter Getreide nach Moskau lieferte, wurde sein Gebiet in der Versorgung mit Industriewaren bevorzugt. Reuter hatte den hier liegenden Zusammenhang, im Gegensatz zu vielen Russen, klar vorhergesehen. Schon ehe er an die Wolga fuhr, hatte er Tschitscherin, wie berichtet wird, gesagt: "Wie wollt ihr die Städte ernähren, wenn ihr den Bauern zwar Land gebt, aber keine Pflüge, weil die Fabriken sie nicht produzieren?"

Tschitscherin: Georgi Wassiljewitsch Tschitscherin (1872-1936) war der damalige Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten, ein wichtiges Mitglied der kommunistischen Regierung in Moskau.

Bernd Sösemann, Fritz Eberhard: Rückblicke auf Biographie und Werk, Stuttgart 2001, S. 418f.

Hörgeschichte 3: Ernst Reuters Rede (1948)
Diese Geschichte ist keine Quelle aus der oder für die Vergangenheit. Die Einzelheiten dieser Geschichte sind frei nacherzählt oder fiktiv. Das behandelte Thema und die vorgestellten Personen sind historisch nachweisbar. Ziel der Geschichte ist es, die Bedeutung einer Entscheidung oder eines Geschehens hervorzuheben.

 

Aufgabe 3

  1. Stelle im Internet Recherchen zur 'Berlinblockade' an.
  2. Versetze dich in die Lage eines Reporters zur Zeit der Berlinblockade und schreibe einen biografischen Artikel über Ernst Reuters Leben. Wähle vorher aus, ob du für eine  kommunistische Zeitung oder eine sozialdemokratische Zeitung schreibst.