6.4 Der Große Terror und die '5. Kolonne'

Stalins Terror

Stalins Terror

Günther Herrler, Institut für digitales Lernen
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CC 4.0 BY-SA

Nachdem in Deutschland Adolf Hitler und die Nationalsozialisten die Macht übernommen hatten, begegnete die sowjetische Staatsführung den Russlanddeutschen mit verstärktem Misstrauen und mehr Feindseligkeit. Die Russlanddeutschen wurden plötzlich wieder zum 'inneren Feind' erklärt. Mich interessiert, was mit dem Machtantritt Hitlers an den Westgrenzen der Sowjetunion passierte? Wie wurden die Deutschen Teil der großen 'Säuberung' Stalins? Und was geschah mit den Russlanddeutschen nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs?

1. Die Legende von der '5. Kolonne' und die verstärkte Unterdrückung der Russlanddeutschen

Galerie: die 'Fünfte Kolonne'
Günther Herrler, Institut für digitales Lernen
Misstrauen gegenüber Russlanddeutsche spiegelt sich
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Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler zum deutschen Reichskanzler ernannt. Es begann die Diktatur der Nationalsozialisten. Bei den Machthabern in Moskau lösten diese Nachrichten aus Deutschland große Unruhe und Besorgnis aus. Die deutsch-sowjetischen Beziehungen waren schon lange angespannt. Die aggressive NS-Diktatur in Zentraleuropa mit ihren Plänen zur 'Rettung' und 'Heimholung' aller Auslandsdeutschen belastete die politische Stimmung zwischen beiden Ländern.

Das spürten auch die deutschen Kolonisten in der Sowjetunion. Der sowjetische Geheimdienst warnte immer mehr vor deutschen Spionen und den 'faschistischen Agenten' im Lande. Damit waren die Russlanddeutschen gemeint. Die Legende der sogenannten fünfte Kolonne wurde geschaffen, also eines Feindes, der wie eine Armeekolonne des Feindes handelt. Die sowjetische Propaganda richtete sich immer mehr gegen die Russlanddeutschen: Sie sprach von einer angeblichen Selbstisolation der Deutschen, schürte Neid auf deren höheren Lebensstandard und ihre Sprachkenntnisse. Auch die Bereitschaft zur Auswanderung und die vielen Auslandskontakte der Russlanddeutschen wurden gegen sie gewendet.

Wahrscheinlich glaubten viele Russen bald wieder daran, dass die Deutschen im Land 'illoyal' und 'reaktionär' seien und sich in einem Krieg zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion auf die Seite der deutschen Truppen stellen würden. Mit der zunehmenden Festigung der Macht der Nationalsozialisten in Deutschland verschärften die kommunistischen Machthaber ihre Maßnahmen gegen die Russlanddeutschen in der Sowjetunion. Ähnlich wie in der Zarenzeit wurden bald 'vorsorglich' die westlichen Grenzbewohner aus ihrer Heimat entfernt und nach Kasachstan deportiert. Der Druck auf alle Russlanddeutschen stieg in den 1930er Jahren ständig weiter an. Er mündete 1936 in Verhaftungen und Erschießungen wegen 'erwiesenen' Landesverrats. Die Deutschen standen wieder unter Generalverdacht.

Quelle 1

Kampf gegen die 'fünfte Kolonne' (1934)

Hinweis: Das Zentralkomitee (ZK) der Kommunistischen Partei beschloss am 5. November 1934 eine Verordnung, in der alle Gebiets- und Parteikomitees verpflichtet wurden, die Deutschen streng zu behandeln: 

Im ZK WKP (B) sind Meldungen darüber eingegangen, dass in den deutsch angesiedelten Regionen sich neuerdings antisowjetische Elemente aktiviert haben und offene konterrevolutionäre Tätigkeit führen. Unterdessen reagieren die örtlichen Parteiverbände und Organe des NKWD äußerst gelassen auf diese Tatsachen, sie leisten dem Vorschub, in der fälschlichen Annahme, unsere internationale Politik fordere diese Duldung gegenüber den Deutschen oder anderen in der UdSSR lebenden und gegen die elementare Loyalität gegenüber der Sowjetmacht verstoßenden Nationalitäten. Das ZK WKP (B) hält die Tatsache, dass in den deutschen Regionen nicht nur die Sprache der jeweiligen Sowjetrepublik, in der sich die Region befindet, nicht gelehrt wird, sondern die Verordnungen des ZK WKP (B) ignoriert werden, ebenfalls für absolut unzulässig und verlangt die Beseitigung dieser Mängel.

Das ZK WKP (B) hält solches Verhalten der Parteiverbände und der NKWD-Organe für absolut falsch und ordnet an, in Bezug auf die aktiven Konterrevolutionäre und antisowjetisch gestimmten Elemente repressive Maßnahmen, Verhaftungen, Aussiedlung anzuwenden und die böswilligen Anführer zum Erschießen zu verurteilen. [...]

Герман А. А., Немецкая автономия на Волге. 1918 – 1941, Часть 2: автономная республика. 1924-1941, Саратов 1994, С. 332-333. Übersetzt von Katharina Neufeld, Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte.

Quelle 2

Zeitgenössischer Bericht über die Situation der Deportierten in Kasachstan

Hinweis: Bei dem folgenden Bericht handelt sich um Angaben aus einem Schreiben des Vorsitzenden des Volkskommissariats der Kasachischen SSR, U. Isaev, an den Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare der UdSSR, W. M. Molotov, in Moskau vom 27. April 1937.

In den Gebieten Karaganda und Nord-Kazachstan der Kazachischen SSR wurden in der zweiten Hälfte des Jahres 1936 14.048 Familien (vorwiegend Deutsche und Polen) aus grenznahen Gebieten der Ukraine angesiedelt. Die Ansiedlung dieser Familien erfolgte auf nicht erschlossenen Territorien, auf denen es bisher keine Siedlungen gab. Für diese wurden 37 Siedlungen neugegründet. [...] Die im Jahre 1936 erstellten Gebäude für Schulen und medizinische Einrichtungen entsprechen weder zahlenmäßig noch qualitativ den Mindestanforderungen. Außerdem gibt es überhaupt keine Gebäude für das Post- und Fernmeldewesen. Für größeres landwirtschaftliches Inventar, Traktoren, Mähdrescher und Hänger wurden einfachste Garagen errichtet, in denen lediglich kleinere Reparaturen durchgeführt werden können.

Alfred Eisfeld und Victor Herdt (Hg.), Deportation, Sondersiedlung, Arbeitsarmee. Deutsche in der Sowjetunion 1941 bis 1956, Köln 1996, S. 30f.

Aufgabe 1

  1. Fasse den Inhalt der Quelle 1 zusammen.
  2. Arbeite die Quelle 2 durch und stelle dir das Leben der Menschen im ersten Jahr nach der Umsiedlung vor.
  3. Stelle fest, ob die Quelle 2 Aussagen über eine Rückkehr in die ukrainische Heimat macht.

2. Der Große Terror und die deutsche Operation

Die sowjetischen Politiker Kliment Jefremowitsch Woroschilow, Wjatscheslaw Michailowitsch Molotov, Josef Wissarionowitsch Stalin und Nikolai Iwanowitsch Jeschow (von links nach rechts). Sie waren hauptverantwortlich für die 'Säuberungen' (22. April 1937).

Im April 1937 berichtete der Chef des sowjetischen Geheimdienstes Nikolai Jeschow über eine ansteigende Aktivität deutscher Geheimdienste und der NSDAP auf dem Gebiet der Sowjetunion. Er glaubte sich von Spionen aus Deutschland unterwandert, die überall terroristische Sabotageakte vorbereiteten. Russlanddeutsche Sowjetbürger würden, so glaubte Jeschow, von Agenten aus Deutschland gezielt angeworben. Diese Aktivitäten hätten das Ziel, im Untergrund eine Armee gegen die Sowjetunion aufzubauen. Bei Ausbruch eines Krieges zwischen Deutschland und der Sowjetunion würden die Untergrundkämpfer losschlagen. Infolge dieser 'Situation' müssten alle Deutschen aus den Industrieregionen der Ukraine deportiert werden. 

Am 25. Juli 1937 startete die Operation sowjetischer Behörden gegen die deutschstämmigen Sowjetbürger. Auf Anweisung Josef Stalins wurden erst einmal alle aus Deutschland stammenden Bürger, die als Spezialisten in rüstungsrelevanten Fabriken, Kraftwerken und auf Großbaustellen arbeiteten, entfernt und verhaftet – ohne Ausnahme. Wenige Tage später wurde dieser 'Säuberungsbefehl' auch auf die russlanddeutschen Kolonisten angewandt. So wurden zum Beispiel Menschen verhaftet und erschossen, die Hilfspakete aus Deutschland angenommen hatten. Wer aus politischen Gründen von Deutschland in die Sowjetunion geflohen war, geriet unter Verdacht. Frühere Kriegsgefangene, deutsche Kommunisten, Besucher deutscher Konsulate – sie alle wurden verdächtigt, Spione zu sein. Auch die Rote Armee wurde von Deutschen 'gesäubert'.

Die Listen der sogenannten Staatsfeinde waren Ende des Jahres 1937 abgearbeitet, doch vermuteten Stalin und Jeschow, dass es noch mehr Spione geben müsse. Die Jagd ging deswegen bis zum September 1938 weiter. Und wenn keine 'Beweise' für einen Schuldspruch gefunden wurden, genügte für eine Verurteilung schon allein die deutsche Nationalität.

Darstellung 1

Das 'Gesetz des 1. Dezembers' 1934 als Grundlage der 'Großen Säuberung'

Am 1. Dezember 1934 wurde der führende sowjetische Politiker Sergei Kirow erschossen. Die Gründe für diesen Mord waren unklar. Manche Hinweise sprachen dafür, dass es sich um eine Tat aus Eifersucht gehandelt haben könnte. Gerüchte besagten, dass Kirow eine Beziehung mit der Frau des Mörders gehabt habe.

Stalin ließ diesen Mord zu einem politischen Attentat erklären. Er wurde zum Auslöser für die Verfolgung und Vernichtung möglicher, angeblicher Staatsfeinde. Und Stalin nutzte die Gelegenheit, um politische Gegner beseitigen zu lassen. Wenige Tage nach dem Attentat wurde das 'Gesetz des 1. Dezembers' erlassen: Es machte Vorgaben für den Umgang mit Terrorverdächtigen. Während der 'Säuberungen' kam es zur Anwendung:

  • Die gerichtlichen Untersuchungen sollten nicht länger als 10 Tage dauern. 
  • Die Anklageschrift sollte Tatverdächtigen erst einen Tag vor der Verhandlung überreicht werden. 
  • Eine Anhörung der Beschuldigten war nicht vorgesehen, auch keine Überprüfung des Urteilsspruchs.
  • Auch Gnadengesuche waren nicht zugelassen. 
  • Eine Todesstrafe musste sofort vollstreckt werden.
Zusammengestellt von Michael Günther, u.a. auf der Grundlage von Gesprächen mit Katharina Neufeld (Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte Detmold) und Victor Dönninghaus, Minderheiten in Bedrängnis, Sowjetische Politik gegenüber Deutschen, Polen und anderen Diaspora-Nationalitäten 1917–1938 (= Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Bd. 35), München 2009.

Quelle 3

Befehl zum Beginn der Operation gegen die Deutschen (1937)

Durch Agentur- und Untersuchungsmaterial der letzten Zeit ist bewiesen, daß der deutsche Generalstab und die Gestapo in breitem Maße Spionage und Spionagetätigkeit in den wichtigsten und vor allem in den Betrieben der Verteidigungsindustrie betreiben und zu diesem Zweck die dort seßhaft gewordenen deutschen Staatsangehörigen nutzen. Das Agentennetz aus den Reihen der deutschen Staatsangehörigen, die bereits jetzt Schädlings- und Sabotageakte verwirklicht, richtet ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Organisation von Sabotageaktionen in der Kriegszeit und bereitet zu diesem Zweck Saboteure vor. Zur vollständigen Unterbindung dieser Tätigkeit der deutschen Aufklärung befehle ich:

1. Innerhalb von drei Tagen nach Erhalt dieses Befehls die deutschen Staatsangehörigen genau festzustellen [...].

2. Ab dem 29. Juli dieses Jahres ist mit der Verhaftung aller von Ihnen festgestellten deutschen Staatsangehörigen zu beginnen, die in Militärbetrieben und in Betrieben mit Werkshallen für die Verteidigungsproduktion und bei der Eisenbahn arbeiten sowie der aus diesen Betrieben Entlassenen, wenn diese auf dem Territorium Ihrer Republik, Region oder Ihres Gebietes leben. Die gesamte Verhaftungsaktion ist innerhalb von fünf Tagen abzuschließen.

3. Deutsche Politemigranten, die in Militärbetrieben und in Betrieben mit Werkshallen für die Verteidigungsproduktion arbeiten, sind nur dann zu verhaften, wenn sie weiterhin deutsche Staatsangehörige sind. [...]

4. Die Untersuchung hinsichtlich der Verhafteten ist besonders sorgfältig zu führen. Es ist die bisher nicht entlarvte Agentur der deutschen Aufklärung aufzudecken, um das von ihr in den Industriebetrieben hinterlassene Sabotagenetz endgültig zu zerschlagen. [...]

5. Während der Untersuchung unter Sowjetbürgern oder auch Angehörigen anderer Staaten neu festgestellte deutsche Agenten und Spione, Saboteure und Terroristen unabhängig von ihrer Arbeitsstelle unverzüglich zu verhaften.

6. Gleichzeitig mit der Durchführung der Aktion ist daranzugehen, alle deutschen Staatsangehörigen, die in anderen Industriebetrieben, in der Landwirtschaft und in Sowjeteinrichtungen arbeiten, sowie ehemalige deutsche Staatsangehörige, die die sowjetische Staatsbürgerschaft angenommen und früher in Militärbetrieben oder in Betrieben mit Werkshallen für die Verteidigungsproduktion gearbeitet haben, sorgfältig zu erfassen. [...]

7. Täglich sind mir bis 12 Uhr für den vergangenen Tag telegraphisch der Verlauf und die Ergebnisse der Aktion und alle durch die Untersuchung erhaltenen Materialien zu übermitteln.

8. Der Befehl ist telegraphisch in Kraft zu setzen.

Volkskommissar des Inneren der Union der SSR
Generalkommissar für Staatssicherheit (N. Jeschow)

Gestapo: Die 'Geheime Staatspolizei' der Nationalsozialisten war eigentlich für die Verfolgung von politischen Gegnern in Deutschland zuständig. Die sowjetische Geheimdienst verdächtigte sie aber auch der Spionage im Ausland.

Darstellung 2

Eine Dokumentation über den stalinistischen Terror

https://www.youtube.com/watch?v=d2bkS-SyqX4

Diagramm 1

Opfer der 'großen Säuberung' in der Sowjetunion

Martin Bartl, IDL
Grafik Verurteilungen
CC 4.0 BY-SA

Darstellung 3

Die Unterdrückung betraf alle

Die Strafen waren ausgeführt, die potentiellen Gefahren schienen vorerst beseitigt, doch das Misstrauen blieb. Bereits 1937 mussten die Russlanddeutschen bei den Behörden als Nationalität Deutsch angeben. Im folgenden Jahr schritt der Staat zur Auflösung aller deutschen Rayons außerhalb des Wolgagebiets [...]. Die deutschen Kultur- und Bildungseinrichtungen erhielten Schließungsbeschlüsse, während die Schule und die Zeitung russisch wurde. Die Lehre in deutscher Sprache galt fortan als schädlich. Der Deutsche war insgesamt als vollwertiges Mitglied aus der russischen Gesellschaft abgetrennt worden. 

Victor Dönninghaus, Minderheiten in Bedrängnis. Sowjetische Politik gegenüber Deutschen, Polen und anderen Diaspora-Nationalitäten 1917–1938 (= Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Bd. 35), München 2009, S. 573.

Darstellung 4

Ein Historiker über die Wolgadeutsche Republik während der 'Säuberungen'

Das Ausmaß der Verfolgung in den 1930er Jahren erreichte in der Autonomen Sowjetischen Sozialistischen Republik der Wolgadeutschen (ASSRdWD) bei weitem nicht die Dimensionen, die es unter den verstreut lebenden Landsleuten in der Ukraine, auf der Krim oder in Sibirien zu verzeichnen gab. Deutlich geht das aus der Tatsache hervor, dass den Aussiedlungen von Polen und Deutschen im Jahre 1936 aus den westlichen Grenzgebieten der Ukraine nach Nordkasachstan keine weiteren "Transfers" aus der Wolgarepublik folgten. Immerhin besaß die bolschewistische Führung vor dem Zweiten Weltkrieg noch gewisse Hemmungen, die Statusvölker – d.h. solche, die über ein autonomes Territorium verfügten – komplett zu entrechten.

Viktor Krieger, Personen minderen Rechts. Russlanddeutsche in den Jahren 1941-46, in: Heimatbuch der Deutschen aus Russland, Stuttgart 2004, S. 9.

Aufgabe 2

  1. Beurteile den Umgang mit Verdächtigen in der Zeit der Großen Säuberung.
  2. Vergleiche die Darstellungen 3 und 4.
  3. Bewerte die Situation der Russlanddeutschen während der Säuberungen.

3. "Aussiedeln muss man sie, dass die Türen knallen!"

Stalin rechnet mit den Wolgadeutschen ab. Weitere Befehle zur Aussiedlung aller Russlanddeutschen aus dem europäischen Teil der Sowjetunion folgten.

Diesen Satz sagte Stalin über die Russlanddeutschen nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion. Wie kam es dazu?

Am 24. August 1939 wurde in Moskau der sogenannte deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt unterzeichnet. Die Russlanddeutschen schöpften Hoffnung. Wenn sich die Beziehung zwischen der Sowjetunion und Deutschland verbesserte, würde das auch ihre Lage verbessern. Doch passten die Diktaturen in Deutschland und der Sowjetunion letztlich nur in ihrer Grausamkeit zusammen, politisch standen sie auf völlig unterschiedlichen Seiten.

Am 22. Juni 1941 brachen die deutschen Nationalsozialisten den Vertrag und überfielen die Sowjetunion. Bereits wenige Tage später kam es zur Besetzung von Teilen der Ukraine. Stalin erreichten ungenaue Meldungen über Verrat und Kollaboration der deutschen Bevölkerung. Er ging davon aus, dass die Wolgarepublik bald von Truppen der Wehrmacht besetzt werden würde. Aus Sicht Stalins und der sowjetischen Führung war die Zeit gekommen, ohne Rücksichtnahmen gegen die Russlanddeutschen vorzugehen. Das Feindbild der '5. Kolonne' war bereits seit Jahren entwickelt worden, nun holte Stalin zum großen Schlag gegen die deutsche Minderheit aus: Alle Deutschen sollten aus dem europäischen Teil der Sowjetunion deportiert werden.

Mit dem Deportationserlass vom 28. August 1941 unterstellte die sowjetische Staatsführung den Wolgadeutschen, dass es unter ihnen tausende Verräter und Spione gäbe. Deswegen sollten alle Deutschstämmigen ausgesiedelt werden. Als Beweis für den angeblichen Verrat dienten Hakenkreuzfahnen, die man bei Russlanddeutschen gefunden hatte. Sie waren anlässlich eines vor dem Krieg geplanten Besuchs von Adolf Hitler in der Sowjetunion verteilt worden. Die Bestrafung für den Verrat betraf jeden, auch Kommunisten. Allein die deutsche Nationalität war entscheidend. Das deutsche Leben im gesamten europäischen Gebiet der Sowjetunion sollte ausgelöscht werden. Aus dem Wolgagebiet wurden innerhalb von drei Wochen etwa 400.000 Menschen in Eisenbahnwaggons gepfercht und nach Osten transportiert.

Alle Deportierten erwartete eine wochenlange Reise nach Sibirien oder Kasachstan. Dort wurden tausende Männer und Frauen ins Arbeitslager gebracht. Fern von ihren Familien starben viele Deutsche an Hunger, Entkräftung und Krankheiten. Eine Rückkehr in die Heimat war nicht vorgesehen.

Quelle 4

Reaktionen der Russlanddeutschen an der Wolga auf die Deportation (2. September 1941)

Bei einem bedeutenden Teil der deutschen Bevölkerung hat die Veröffentlichung des Erlasses [vom 28.08.1941] feindselige Gefühle hervorgerufen: Äußerungen der Deutschen zum Erlass laufen hauptsächlich auf Versuche hinaus, die Behauptung zu widerlegen, die deutsche Bevölkerung verberge in ihrer Mitte Feinde des sowjetischen Volkes und der Sowjetmacht.

Hinweis: Auszug aus einem Brief des Sekretärs des Gebietskomittees der VKP (b) der ASSRdWD, S. Malov an Stalin

Alfred Eisfeld und Victor Herdt (Hg.), Deportation, Sondersiedlung, Arbeitsarmee. Deutsche in der Sowjetunion 1941 bis 1956, Köln 1996, S. 60.

Quelle 5

Das 'Geständnis' des Leiters der lutherischen Kirche Gustav Birth, ein Spion zu sein (20.09.1941)

Die von mir und von den durch mich zu diesem Zwecke angeworbenen Pastoren geleistete, pangermanische Spionagearbeit bestand vor allem darin:

  1. die deutschen Kolonisten im konterrevolutionären, nationalsozialistischen germanophilen Geiste zu beeinflussen;
  2. die deutschen Kolonisten zu ideologischen Feinden der internationalistischen Politik der Sowjetmacht und der von dieser in diesem Bereich vollzogenen Maßnahmen zu erziehen;
  3. der Durchführung sämtlicher Maßnahmen der Sowjetmacht in den Kolonien entgegenzuwirken;
  4. Spionagetätigkeit für Deutschland zu leisten und kompromittierendes Material zusammenzutragen und schließlich;
  5. als Endziel all dieser Aktivitäten konterrevolutionäre feindliche Kader aus den Reihen der deutschen Kolonisten auszubilden, die für den Fall außenpolitischer Komplikationen gebraucht werden, um einen schnellstmöglichen Sturz der Sowjetmacht herbeizuführen.
Victor Dönninghaus, Minderheiten in Bedrängnis. Sowjetische Politik gegenüber Deutschen, Polen und anderen Diaspora-Nationalitäten 1917–1938 (= Schriften des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, Bd. 35), München 2009, S. 508.

Aufgabe 3

Erarbeite die Quelle 5. Nutze dafür auch die Methodenseite schriftliche Quellen.

Hinweise:

  • Unklare Begriffe kannst du markieren und recherchieren.
  • Du solltest dir auch überlegen, ob dieses Geständnis ehrlich und realistisch sein kann.
  • Wie kann ein solches Geständnis entstanden sein? Stell dir dazu den Gang der Geschehnisse vor: Verhaftung des Pfarrers → Verhöre → Prozess → Verurteilung

Darstellung 5

Kollaboration der Russlanddeutschen?

Die "Befreierbewirtung" am Wegesrand. Eine gestellte Propagandafotografie der deutschen Eroberer (Ukraine, 1.7.1941)
Bundesarchiv, Bild 101I-187-0203-23 / Gehrmann, Friedrich
Bundesarchiv Bild 101I-187-0203-23, Russland, PK-Soldat auf Motorrad.jpg
CC 3.0 BY

Im Sommer 1941 drang die deutsche Wehrmacht weit in die Sowjetunion ein. Wie würden die Russlanddeutschen auf der Überfall Deutschlands reagieren? Würden sie die deutschen Soldaten als Befreier empfangen oder sie als Feinde ansehen und gegen sie kämpfen?

Die Reaktionen der Russlanddeutschen sind wahrscheinlich für die deutschen und auch die sowjetischen Herrscher enttäuschend gewesen.

  • Die Soldaten der Wehrmacht wurden nicht als Befreier empfangen. Die Russlanddeutschen waren zurückhaltend, oftmals sogar ängstlich. Deutsche Berichterstatter waren darüber enttäuscht. Viele Russlanddeutsche glaubten offenbar nicht an einen Sieg der deutschen Wehrmacht gegen die Sowjetunion. Die Rote Armee hielten sie für zu stark. 
  • Zum Dienst in der SS wollten sich nur wenige Russlanddeutsche freiwillig melden. Sehr bald wurden sie daher auch zum Dienst in der deutschen Armee und in NS-Organisationen gezwungen. 
  • Viele Russlanddeutsche empfanden die von den deutschen Eroberern ausgehende, brutale Jagd auf die Juden als abstoßend. Es gab auch Russlanddeutsche, sie sich an der Judenverfolgung beteiligten. Als Handlanger der SS taten sie sich jedoch seltener als Todesschützen hervor. Es gibt Berichte darüber, dass sich Russlanddeutsche weigerten, an Erschießungen von Juden teilzunehmen. Sie gaben dann zum Beispiel an, ein schlechtes Gewissen zu haben.
  • Die aus Nazideutschland kommenden neuen Beamten stellten fest, dass die Russlanddeutschen keine 'deutsche und nationale Einstellung' hätten.

Das Verhältnis zwischen den deutschen Eroberern und den deutschen Kolonisten war insgesamt angespannt.

Zusammengestellt von Michael Günther u.a. auf der Grundlage von: Ingeborg Fleischhauer, Das Dritte Reich und die Deutschen in der Sowjetunion (= Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte, Bd. 46, hg. Karl Dietrich Bracker und Hans-Peter Schwarz), Stuttgart 1983, S. 86-116; Karl Eimermacher und Astrid Volpert (Hg.), Verführungen der Gewalt. Russen und Deutsche im Ersten und Zweiten Weltkrieg (= West-östliche Spiegelungen. NF, Bd. 1), München 2005.
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Illustration: Wer war eigentlich dieser Hitler?
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4. Die neue 'Heimat' der Deportierten

Als die neuen Siedler in Kasachstan und Sibirien eintrafen, waren die örtlichen Behörden nicht auf diesen Ansturm vorbereitet. Es mangelte an Unterkünften und Nahrungsmitteln. Viele Familien mussten sich selbst Erdhütten bauen, um den Winter zu überleben. Für ihre Arbeit in den Kolchosen erhielten die Russlanddeutschen 400 Gramm Getreide als Tageslohn. Diese Menge konnte den Bedarf einer Familie nicht decken.

Der Unmut gegenüber der Sowjetmacht wuchs. Diese verlor schließlich alle Sympathien, als die Zwangsumgesiedelten feststellten, dass der Staat sie um ihr Hab und Gut betrogen hatte. Vor der Abreise war den Russlanddeutschen befohlen worden, das Getreide, das Vieh und den Hausrat dem sowjetischen Staat zu überschreiben. Darüber hatten einige Quittungen erhalten. Und die sowjetischen Behörden hatten ihnen versprochen, dass sie diese Quittungen in den neuen Siedlungen gegen Nahrungsmittel eintauschen könnten. Das geschah aber nur in geringem Maße. Einige Monate später wurden die Quittungen schließlich für ungültig erklärt. Der Besitz war verloren.

Die Deportierten hungerten und waren nun gänzlich verarmt. Sie lebten unfrei und wurden auf Schritt und Tritt beobachtet. Ihr Schicksal verschlimmerte sich jedoch weiter: Im Januar 1942 verpflichtete der sowjetische Staat alle wehrpflichtigen Männer und bald auch die Frauen zur Zwangsarbeit in der sogenannten Trudarmee. Familien wurden auseinandergerissen. Viele Menschen sahen ihre Angehörigen für lange Jahre oder gar nicht wieder. In den Wäldern der sibirischen Taiga bemächtigte sich der Sowjetstaat ihrer Arbeitskraft und machte sie zu Sklaven. Viele starben an Entkräftung, Krankheiten oder an Nahrungsmangel. Die politischen Führer der Sowjetunion kümmerte das nicht. Vielmehr machten sie allen Russlanddeutschen selbst nach dem Kriegsende 1945 noch deutlich, dass sie unerwünschte sowjetische 'Bürger' bleiben würden. Sie bekamen den Status auf ewig verbannter Sondersiedler.

Merkkasten

Trudarmee

Das Wort ist eine Zusammensetzung aus dem russischen Wort für Arbeit ("Trud"; Труд) und Armee ("Armia"; армия). Die Trudarmee war eine Form von Zwangsarbeit. Sie bestand im Zweiten Weltkrieg seit 1941 und wurde 1946 aufgelöst. Viele Russlanddeutsche wurde in die Trudarmee gezwungen.
In der Trudarmee zu sein, bedeutete für die Trudarmisten, dass sie nach militärischen Regeln leben mussten, streng bewacht wurden und keine eigene Entscheidungsfreiheit hatten. Wer in der Trudarmee war, durfte den Ort nicht verlassen, hatte keine Bürgerrechte, durfte über seine Arbeit und sein Leben nicht selbst bestimmen.
Die Arbeit musste nach einer bestimmten Norm erfüllt werden. Dafür bekamen die Arbeiter eine bestimmte Menge Brot. Wer die Arbeitsnorm nicht erfüllen konnte, bekam sofort geringere Brotrationen. Dadurch starben viele Menschen sehr schnell.

Marcus Ventzke, Institut für digitales Lernen

Quelle 6

Der Wolgadeutsche Heinrich Wagner erzählt von der Zwangsarbeit

Wir wurden in Brigaden zu 30 Mann eingeteilt und drei Tage lang unterwiesen, wie man Bäume fällt, sie entastet, Stämme schneidet und sie zum Fluss hinunter abtransportiert. Wir erhielten Arbeitssachen, Steppjacken und -hosen sowie warme Stiefel. Zuerst war die Arbeit für alle außerordentlich schwer. Wir mussten uns zu Beginn schon sehr anstrengen, um die Tagesnorm zu schaffen. Die meisten von uns hatten bis dahin nichts mit Holzfällen zu tun gehabt. Doch wer körperliche Arbeit gewohnt und gesund war, fuchste sich bald ein und hatte dann auch keine Schwierigkeiten mehr, die Tagesnorm zu schaffen. Anders war es für diejenigen unter uns, die aus der Verwaltungsarbeit kamen, schon älter oder kränklich waren. Sie schafften die Norm nicht. Das hatte zur Konsequenz, dass ihnen weniger Nahrung zugeteilt wurde. Sie wurden noch schwächer oder mussten auf die Krankenstation. Es gab Krankschreibungen und Arbeitsbefreiungen. Die medizinische Versorgung war schlecht, sie entsprach der allgemeinen Kriegssituation. Es gab nur wenige Medikamente. Das Hauptproblem bestand jedoch in der schlechten, schwer verdaulichen und vitaminarmen Nahrung. Wer ernsthaft krank wurde, hatte dann bei dieser Ernährung wenig Chancen, wieder zu genesen. Wir machten zwar im Lager einen "Teeaufguss" aus Kiefernnadeln und Birkenrispen. Große Bottiche standen damit in den Unterkünften. Doch diese Art von Vitamingewinnung reichte keineswegs aus. Besonders im ersten Jahr unseres Aufenthaltes im Lager starben viele.

www.russlanddeutschegeschichte.de/kulturarchiv/schicksal/einzel/maria.htm [1.7.2016].

Quelle 7

Schilderung über den Nahrungsmangel im Arbeitslager

Hinweis: Briefe von Lagerinsassen wurden von Geheimdienstmitarbeitern kontrolliert. Es sollte nicht bekannt werden, wie die Verhältnisse im Lager wirklich waren. Manche Zwangsarbeiter flüchteten sich deshalb in lustige Schilderungen. Sie versuchten mit diesem Mittel, die Wahrheit 'zwischen den Zeilen' zu verstecken.

Fleischmann habe ich seit meiner Ankunft hier noch nie getroffen. Wo er arbeitet, ist mir nicht bekannt. Grützmann ist versetzt worden. Kartoffelmann treffe ich sehr selten, er hat nie Zeit für mich. Manchmal kommt mir Krautmann entgegen, doch schon lange vermisse ich Mehlmann und Nudelmann. Milchmann und Schmandmann wurden noch bei der Verladung in den Zug von uns getrennt. Wassermann und Arbeitsmann sind die einzigen, denen ich jeden Tag begegne. Ja, fast habe ich Brotmann vergessen. Er ist krank geworden, sieht schwarz und schwerfällig aus. […] Du kannst allen sagen, dass meine einzigen Freunde hier Hungermann, Läusemann, Wanzenmann und Arbeitsmann sind.
(Ein anonymer Verfasser an seine Frau)

Unbekannter Verfasser über das Leben im Lager. Zitiert nach: Dalos György, Geschichte der Russlanddeutschen von Katharina der Großen bis zur Gegenwart, München 2014, S. 210.

Quelle 8

Bericht über das Massensterben im Zwangslager Wjatlag

28.643 Insassen beherbergte das Zwangsarbeitslager Wjatlag, zwei Jahre später war ihre Zahl aufgrund von zahlreichen Todesfällen und Schwerkranken auf 11.979 Menschen geschrumpft. Unter ihnen waren auch russlanddeutsche Männer und einige hundert Frauen. [...] [Das] verursachte maßgebend die minderwertige Ernährung (das Fehlen von Gemüse und Kartoffeln) und die Überanstrengung der vorhandenen Kräfte bei Verladearbeiten wegen des Defizits an Arbeitskraft […]. Infolgedessen befanden sich einzelne Verladebrigaden in den Monaten Februar bis März oft täglich 20 Stunden und länger an den Verladepunkten.

Viktor Krieger, Eine erschütterndes Archivdokument über das Massensterben der Deutschen Zwangsarbeiter aus dem Jahr 1943, in: Dunkle Jahre, zum Gedanken an die Opfer des "Großen Terrors" und der Zwangsarbeitslager in der Sowjetunion, hg. von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., Stuttgart 2012, S. 55ff.

Darstellung 6

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Aus Zwangsarbeitern werden 'Sondersiedler'

Die Auflösung der Arbeitskolonnen sowie die Eingliederung der Zwangsarbeiter in die Betriebe und Bauorganisationen bedeutete 1945/1946 nicht die Wiederherstellung der Bürgerrechte.
Die Verbannten erhielten den Status eines Sondersiedlers und unterstanden fortan der Willkür der Sonderkommandanturen des NKWD. So durften sie weder die Arbeit noch den Wohnort frei wechseln. Meistens mussten die Deutschen auch weiterhin einfachste Schwerstarbeit im Kohlebergbau, in der Bauwirtschaft sowie in der Land- und Forstwirtschaft verrichten. Der Zugang zu Bildungseinrichtungen oder Reisen in den europäischen Teil der Sowjetunion wie auch selbst der Zugang zu medizinischer Betreuung unterlagen starken Beschränkungen.
Zumindest gestattete man ihnen die Zusammenführung ihrer verstreuten Familien. Gnade hatte der Sondersiedler auch zukünftig nicht zu erwarten. Das macht Stalin am 26. November 1948 deutlich, als er die Verbannung auf ewig festschrieb. Für jeden Russlanddeutschen ab einen Alter von 16 Jahren wurde jetzt eine Personalakte mit dem gesamten Lebenslauf angelegt. Er hatte sich fortan monatlich bei der Kommandantur zu melden und durfte ohne schriftliche Erlaubnis den vorgeschriebenen Wohnort nicht mehr als 5 Kilometer weit verlassen. Wer es doch tat, dem drohten 20 Jahre Straflager.

Michael Günther, Institut für digitales Lernen

Quelle 9

Aus Trudarmistin Ida Schmidt wird eine 'Sondersiedlerin'

Den 9. Mai 1945, den Tag des Sieges über den Faschismus, feierten wir ausgelassen. Wir hatten uns irgendwo Alkohol besorgt und waren fröhlich und ausgelassen. Wir sangen und tanzten auf der Straße. Nun, so glaubten wir, stände der Rückkehr zu unseren Familien und Verwandten nichts mehr im Wege. Doch wir hatten uns getäuscht. Die meisten von uns mussten bleiben. Wir, die Deutschen, durften nicht ohne Zustimmung den Arbeitsplatz und den Wohnort wechseln. Bis 1955 mussten wir uns bei der Polizei melden und waren Bürger zweiter Klasse.

www.russlanddeutschegeschichte.de/kulturarchiv/schicksal/einzel/ida.htm [2.7.2016].

Aufgabe 4

  1. Beschreibe das Leben in der Trudarmee in einem Schülervortrag. Nutze dafür alle Materialien dieses Unterkapitels.
  2. Beurteile das Leben der deportierten Russlanddeutschen während des Zweiten Weltkriegs.
    Nutze dabei aus der folgenden Liste diejenigen Wörter, die dir zutreffend erscheinen:

    • gerecht oder ungerecht
    • hungernd oder ausreichend versorgt
    • milde oder grausam
    • menschlich oder unmenschlich
    • notwendig für die Verteidigung der Sowjetunion oder nicht notwendig für die Verteidigung der Sowjetunion
    • ehrlich oder unehrlich

Diese Animation setzt sich mit der heutigen Aufarbeitung von Verbrechen in der Zeit der Diktaturen und Weltkriege des 20. Jahrhunderts auseinander. Ist diese Aufarbeitung nötig für die Bildung einer Gemeinschaft aller Europäer? Was kennzeichnet die Verbrechen in Osteuropa? Wie können alle Europäer gemeinsame Auseinandersetzung mit der Vergangenheit organisieren?
https://www.youtube.com/watch?v=I7mnwHpSJro